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Der busblickpunkt Bus(ch)funk

askin bulut

Askin Bulut beleuchtet in dieser monatlich erscheinenden Rubrik
Relevantes vor und hinter den Kulissen der Bus-Branche.
Sie ist seit 2016 Chefredakteurin des Bus Blickpunkts
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„Damit mittelständische Unternehmen auch weiterhin diese (ihre – die Red.) Schlüsselfunktion in unserem Wirtschaftsmodell einnehmen können, stellt das Bundeswirtschaftsministerium sie ins Zentrum seiner Wirtschaftspolitik. Mit seiner modernen Mittelstandspolitik verbessert das Bundeswirtschaftsministerium Rahmenbedingungen für Unternehmertum, wirbt für ein gründer- und unternehmerfreundliches Klima und setzt Anreize für eine langfristig erfolgreiche unternehmerische Betätigung.“ Nachzulesen auf der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums.

Skandal, das Wort trifft´s genau, bei dem kommunalen Bus-Versicherer HDN und seiner Schwesterfirma HDNA aus Bochum. Der Vorstandsvorsitzende Jörg Fleck und sein Stellvertreter Dirk Fimpeler wurden „aufgrund der vorliegenden Tatsachen und zur Abwendung weiteren Schadens …“, wie es in einem Schreiben des Aufsichtsrats an die Mitglieder heißt, „fristlos aus allen ihren Funktionen und Dienstverhältnissen entlassen“. Die Rede ist von Unregelmäßigkeiten bei Reisekosten und Spesen.

Am 09. Januar 2017 widmete sich die RTL-Reportagereihe „Team Wallraff“ dem Thema Fernbusse. Unter dem Titel „Team Wallraff – Billigtrends Fernbusse – Wenn die Sicherheit auf der Strecke bleibt“ deckten RTL-Reporter Martin Schulte und Enthüllungsjournalist Günter Wallraff bei ihren Undercover-Recherchen unter anderem angebliche Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeit-Regelungen sowie Sicherheitsmängel bei Fahrzeugen auf.

Der Bundesratsverkehrsausschuss hat Ende Januar die Vorschläge der SPD-geführten Länder zur de facto-Abschaffung der Eigenwirtschaftlichkeit, bzw. des Vorrangs der Eigenwirtschaftlichkeit, im PBefG mit zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen beschlossen. Jetzt schießt auch noch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen quer und fordert in einem Antrag die Bundesregierung ganz offen auf, die Eigenwirtschaftlichkeit abzuschaffen. Eigenwirtschaftlichkeit im ÖPNV bedeutet, dass öffentliche Mittel erst dann zum Einsatz kommen sollen, wenn es gar nicht anders geht.

Also, wenn ich so auf 2016 zurückblicke, das Jahr war alles andere als langweilig. Die Ereignisse in der Branche überschlugen sich förmlich. Zu den Top-Themen gehörte zweifelsohne der Fernbusmarkt. Flixbus verschluckte fast alle seine Konkurrenten. Erst wurde Meinfernbus nach der Fusion einverleibt, dann übernahm Flixbus das gesamte kontinentaleuropäische Geschäft des britischen Anbieters Megabus. Kurz darauf verkaufte die Post ihren Geschäftszweig Postbus an Flixbus. Nicht lange auf sich warten lassen hat dann auch noch das Aus der Bahntochter Berlin-Linen-Bus. Also, freie Fahrt für Fernbusriesen Flixbus. Begleitet waren diese Ereignisse von Meldungen über viele Busunternehmen, die die Kooperation mit Marktführer Flixbus beendeten. Betroffene Buspartner hatten zum Teil hohe Verluste eingefahren.

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